Sturm nach Schlusspfiff in Mattersburg in Rage

21.09.2019

Trainer und Akteure von Sturm Graz waren nach dem 3:3 im Bundesliga-Spiel in Mattersburg kaum zu bremsen. Entscheidungen von Schiedsrichter Josef Spurny sorgten bei den Steirern für Rage. Der bereits während des Spiels mit Gelb verwarnte Trainer Nestor El Maestro gestikulierte vor dem Unparteiischen wild, drosch gegen den Zaun, den Ball über das Feld und zeigte sich im Kabinentrakt unbeherrscht.

Die Entstehung des Elfer-Gegentors von Andreas Gruber in der dritten Minute der Nachspielzeit brachte das Fass bei den Steirern zum Überlaufen. Sturm sah sich im Pappelstadion zum wiederholten Mal in dieser Saison schwer benachteiligt. Torhüter Jörg Siebenhandl sah im Sky-Interview ein "Verbrechen am Fußball" und hoffte auf "dementsprechende Konsequenzen" für Spurny. "Am liebsten hätte ihn jeder zusammengegrätscht, aber das kannst du als Spieler nicht", vergriff sich der ÖFB-Internationale im Ton.

In der Kabine gab es laut Augenzeugen einen Disput mit einem Ordner, der gegen die wütenden Grazer verbal einschritt. Sport-Geschäftsführer Günter Kreissl reagierte auf eine Frage eines Journalisten gereizt. "Es ist unerträglich, das ganze Theater macht mich verrückt", entfuhr es dem ehemaligen Torhüter. Er forderte den Videobeweis. "Die Schiedsrichter sind auch Opfer, da sie zu wenig gefördert werden", betonte Kreissl, der Fehlentscheidungen in den letzten Spielen monierte.

Tatsächlich sah sich Sturm bei allen drei bisherigen Saisonniederlagen von den Referees benachteiligt. Beim 0:1 gegen Rapid wurde Anastasios Avlonitis vor dem Gegentor laut Ansicht der Grazer regelwidrig geblockt, beim 0:1 in Hartberg haderte Sturm mit dem entscheidenden Elferpfiff. Beim 0:2 gegen den LASK in der Vorwoche wurde beim Stand von 0:0 ein vermeintliches Torraub-Foul am durchbrechenden Kiril Despodow nicht geahndet. In Mattersburg pfiff der 33-jährige Spurny in seinem vierten Bundesliga-Einsatz schon kurz vor der Pause einen umstrittenen Strafstoß, den Siebenhandl aber hielt.

El Maestro zeigte sich einige Minuten nach seinem Ausbruch wieder einigermaßen gefasst. "Ich möchte mich für meine Überreaktion entschuldigen. Es tut mir leid", sagte der Serbe in der Pressekonferenz. Zum Spiel wollte er sich nicht äußern. Im TV-Interview wirkte El Maestro geknickt. Es gehe ihm nicht gut, sagte der 36-Jährige mehrmals. "Ich bin gerne hier in Österreich, bin gefühlt Österreicher. Aber das ist jetzt nicht so ein Jahrhundertjob für mich. Unfassbar, dass ich hier gelandet bin", meinte er. "Wenn Sie unsere Niederlagen analysieren wie viele waren da ganz sauber?", warf El Maestro als Frage auf.

Am liebsten würde er nach Hause gehen und Urlaub machen. "Aber ich muss versuchen, die Jungs morgen aufzumuntern. Es ist eine wichtige Woche vor uns." Am Mittwoch wartet der Cup-Auftritt bei Zweitliga-Spitzenreiter Austria Klagenfurt, danach das Liga-Heimspiel gegen Schlusslicht Admira. Die seit Saisonbeginn vor sich hin köchelnde Diskussion um Schiedsrichterleistungen ging jedenfalls auch in der achten Runde weiter.

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